27. Oktober 2017

Berliner Islamismus-Expertin erhält Stieg-Larsson-Preis

Die Berliner Islamismus-Expertin Claudia Dantschke wird mit dem Stieg-Larsson-Preis 2017 ausgezeichnet.

Die Leiterin der Berliner Beratungsstelle «Hayat» für ausstiegsbereite Islamisten erhält den mit 200.000 schwedischen Kronen, rund 20.000 Euro, dotierten Preis für ihre jahrzehntelange Arbeit zur Deradikalisierung junger Islamisten und für ihr Bemühen um eine differenzierte Betrachtung des Islams, wie die Stieg-Larsson-Stiftung am Freitag in Stockholm mitteilte. Der Preis werde am 8. November in Stockholm überreicht.

Dantschke sei eine der führenden deutschen Islamismus- und Salafismus-Experten, hieß es weiter zur Begründung. Die 1963 in Leipzig geborene Arabistin arbeitete lange als Journalistin. Seit 2001 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH Berlin, die unter anderem das Aussteigerprogramm für Rechtsextremisten «Exit» betreut. 2011 gründete Dantschke unter dem Dach der ZDK die Beratungsstelle «HAYAT-Deutschland».

Der Preis ist nach dem 2004 im Alter von 50 Jahren gestorbenen Bestsellerautoren und Journalisten Stieg Larsson benannt. Larsson wurde vor allem durch seine posthum erschienene «Millennium»-Trilogie mit den Büchern «Verblendung», «Verdammnis» und «Vergebung» und als Herausgeber des antirassistischen Magazins «Expo» bekannt. Der Preis ist vom Verlag Norstedts Publishing und Larssons Familie ins Leben gerufen worden und wird seit 2009 jährlich an Personen oder Organisationen verliehen, die sich im Sinne Larssons gegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit und für die Meinungsfreiheit einsetzen. epd

DN.SE

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